Ein Leben und ihre Monde

EIN LEBEN UND IHRE MONDE

(In der Entstehung, Projektentwurf 2019)

Die Arbeit Ein Leben und ihre Monde wurde von den abendlichen Mondbeobachtungen durch das Schlafzimmerfenster mit meiner Tochter inspiriert. Ich war fasziniert von der Vorstellung jede Mondphase in der nahen Zukunft vorhersehen zu können und überlegte wie viele Tage meine Tochter den Mond schon sah und noch anschauen wird. Geht man von ihrer durchschnittlichen statistischen Lebenser­wartung aus (83,18 Jahre für Geburtsjahr 2017 in Deutschland), so errechnet man 30.360 Tage. Für all diese Tage lässt sich die jeweilige Mondphase exakt vorhersagen.

Einige analoge Foto-Kameras haben die Mög­lichkeit das Datum am Tage der Aufnahme in leuchtend orangenen Buchstaben mit in den Film einzubelichten.

Eine vorhersehbare Mondphase eines bestimmtes Tages mit dem passenden Datum zu ver­sehen, lässt Fotos entstehen, wie man sie theoretisch auch in der Zukunft mit diesen Kameras auf­nehmen könnte.

Kaum etwas im Leben ist verlässlich vor­her­­sehbar, schon gar keine Fotos eines bestimmten Momentes. Ein Foto vom Mond scheint hier aber die Ewigkeit der wiederkehrenden Bewegungen der Sterne und Planeten entgegenzusetzen und lässt die Dimensionen einzelner vergehender Momente klein und kostbar erscheinen.

Jedes der 30.360 Fotos ist aufgrund des individuellen Datums ein Unikat. Sie alle werden in einer Größe von je ca. 19×13 cm einzeln gedruckt. Präsentiert werden alle seit der Geburt der Tochter bereits vergangenen Tage auf einem kleinen Bilderberg aus Fotos und jene noch kommenden Tage in ihrem zukünftigen Leben auf einem anderen (deutlich größeren) Berg (die Abbildungen zeigen dies in einem kleinen Modell). Zwischen den beiden Bergen hängt das Bild des jeweiligen Tages an einem Faden von der Decke des Präsentationsortes. Es muss täglich gewechselt werden. Diese Präsentationsform erinnert ent­­fernt an eine Sanduhr.

Die Abbildungen zeigen ein Modell der Installation im Maßstab 1:10. Das Modell erstreckt sich über eine Fläche von ca. 2,5×2 m. Im Original ließe sich die benö­tigte Fläche jedoch auch durch Erhöhung des Bilderberges reduzieren, sodass auch kleine Räume gefüllt werden könnten.

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